Keplers Antwort auf Wallensteins Fragen1) sein Schicksal betreffend:
"Ich antwortte auf diese und alle dergleichen fragen erstlich haubtsächlich wie bißhero: Welcher Mensch gelehrt, oder ungelehrt, Astrologus oder Philosophus in erörtterung dieser fragen die augen von des Gebornen eignen WillChur abwendet, oder sonsten von seinem Verhalten und Qualiteten gegen den Politischen Umbständen betrachtet, und will diß alles bloß allein aus dem Himel haben, es sey gleich jezo Zwangs oder nur Inclinations und Naigungs weiß, der ist wahrlich noch nie recht in die Schul gangen, und hat das Licht der Vernunft, daß ihme Gott angezündt, noch nie recht gepuzet; und wann er der Sachen nur mit Vleiß nachsinnet, würdt er befinden, das diese fragen baides zu erörttern, und auch fürzulegen eine rechte unsinnige weiß seyen, Ich meins theills sage Gott danckh, das ich die Astrologiam so vill gestudirt, das ich nunmehr von diesen Fantaseyen welche in der Astrologorum Bücher heuffig zueffinden, gesichert bin."
Johannes Kepler, Wallenstein Horoskop; Jänner 1625
Quelle: O. Struve, Beitrag zur Feststellung des Verhältnisses von Kepler zu Wallenstein, Memoiren der Petersburger Akademie der Wissenschaften, VII. Serie, II. Bd. Nr. 4,11
Am 24. August 2006 wurde Pluto der Planetenstatus aberkannt. Für viele Astronomen war das eine längst überfällige Entscheidung. Denn schon lange war klar, dass Pluto nur eines von vielen Transneptun-Objekten ist. Mittlerweile sind mehr als 1000 dieser Objekte bekannt und die geschätzte Zahl liegt bei etwa 100 000. Doch erst als (136199) Eris (die provisorische Bezeichnung lautete 2003 UB313, der Spitzname Xena) entdeckt wurde, war Pluto nicht mehr der Größte in der Transneptun-Population und die Frage um seinen Status stellte sich verschärft. Wäre Pluto ein Planet geblieben, dann hätte man auch (136199) Eris in die Reihe der Planeten aufnehmen müßen und die Anzahl der Planeten würde schon bald auf 50 anwachsen. Die IAU (International Astronomical Union) rief deshalb ein Komitee ins Leben, welches eine Planetendefinition erarbeiten sollte. Diese Definition wurde auf der IAU Generalversammlung in Prag präsentiert. Nach einigen Diskussionen wurde der ursprünglich eindeutig recht plutophile Vorschlag modifiziert und am 24. August wurden die Resolutionen schließlich zur Abstimmung gebracht. Pluto wurde zum Zwergplaneten herabgestuft und so ereilte ihn letztlich das gleiche Schicksal wie Ceres. Auch Ceres das größte Objekt im Asteroidengürtel wurde nach seiner Entdeckung im Jahre 1801 zunächst als Planet bezeichnet. Erst nach einer Vielzahl weiterer Entdeckungen bekamen diese Objekte den Namen Kleinplaneten.
14. 9.: Zwergplanet 2003 UB313 (Xena) erhielt den Namen (136199) Eris
24. 8.: Pluto ist kein Planet mehr. Nur noch 8 Planeten im Sonnensystem (Die Planetendefinition und der Krimi um Pluto)
Schon kurz nachdem das Ergebnis der Abstimmung bekannt geworden war, stellten sich viele die Frage wie sich das auf die Astrologie auswirken wird. Wie werden Astrologen reagieren? Wie nicht anders zu erwarten, zeigten sich führende Astrologen wie etwa Robert Hand völlig unbeeindruckt.
"What people call something has very little to do with what it is," said Rob Hand, a leading U.S. astrologer from Reston, Va., who teaches the history of astrology at Kepler College, an online college based near Seattle. "What anybody chooses to call something is irrelevant; it's what sort of effect and use it has."
Pittsburgh Post-Gazette
Pluto ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Exzentriker aufgrund seiner sehr besonderen Bahn. Er macht damit die Grenzen und die Widersprüchlichkeit der astrologischen Systeme sehr deutlich. Der Unterschied der Plutobahn zu den Planeten wird klar wenn man ihre Neigung betrachtet. Plutos Bahn ist mit mehr als 17 Grad stark zur Erdbahn geneigt und damit auch zu allen anderen Planeten. Das ist ein Hauptgrund warum Pluto Neptun nie nahe kommt und die beiden nie zusammenstossen können. Trotz der starken Bahnneigung von Pluto gibt es keine räumlichen Schnittpunkte zwischen der Neptun- und Plutobahn.
Die Abweichungen der Bahnellipsen von einem Kreis spielen in der Astrologie in der Regel keine grosse Rolle, da alle Gestirne auf einen Kreis gezwungen werden. Welche Konsequenzen sich aus dieser Vorgehensweise ergeben, wird besonders am Beispiel von Zwergplaneten wie Pluto oder der Asteroiden deutlich. Anhänger der modernen Astrologie haben wiederholt betont, dass die Planeten der Astrologie nicht das gleiche wären wie in der Astronomie. Die Planeten seien demnach Symbole und keine physikalischen Objekte. Nur ihre Position am Himmel würde astronomisch korrekt berechnet.
Das heißt, berechnet werden dann letztlich doch die astronomischen Planeten, also jene physikalischen Objekte, die wir am Himmel beobachten können. Das ist auch der Grund weshalb immer wieder behauptet wird, das Horoskop sei eine Art Himmelskarte, welche den Himmel, so wie er sich zum Zeitpunkt der Geburt mit Bezug zum Geburtsort darstellte, grafisch wiedergibt.
Tatsächlich aber ist ein Horoskop als Himmelskarte völlig unbrauchbar. Und zwar nicht nur weil die astrologischen Tierkreiszeichen am Himmel gar nicht zu sehen sind, sondern vor allem auch aufgrund des Umstandes, dass die Breite der Gestirne im allgemeinen nicht in astrologische Berechnungen eingeht. Möchte man ein Objekt am Himmel finden, benötigt man zwei Koordinaten, die Länge und die Breite. Astronomen haben deshalb spezielle Koordinatensysteme entwickelt. Abgesehen vielleicht von ein paar wenigen Ausnahmen, begnügen sich Astrologen aber in der Regel mit der Berechnung der ekliptikalen Länge.
Kein Problem, solange sich ein Gestirn genau in der Ekliptik bewegt. Pluto kann sich aber aufgrund der starken Bahnneigung auch 17 Grad südlich beziehungsweise nördlich der Ekliptik aufhalten.
Pluto im Walfisch. Was bedeutet das für die Astrologie?
Wenn wir uns z. B. die Daten für Wien mit einem Planetariumsprogramm anschauen, sehen wir, dass Pluto am 3. September 2006 um 14:51 am Horizont aufgegangen ist. In herkömmlichen Horoskopen hingegen, befindet sich Pluto zu diesem Zeitpunkt noch mehr als 9 Grad, also sehr weit unter dem Horizont. Und etwas später, wenn wir Pluto rein theoretisch bereits mit einem Teleskop beobachten könnten, ist er in den Horoskopen immer noch nicht aufgegangen.
Diese Diskrepanz kommt zustande, weil sich Pluto derzeit einige Grade nördlich der Ekliptik aufhält, wodurch er schon viel früher aufgeht als der entsprechende Ekliptikgrad.
Wir sehen also, das Horoskop ist wirklich keine gute Himmelskarte, vor allem wenn man bedenkt, dass sich Himmelskörper wie Pluto aufgrund ihrer Bahn, zuweilen überhaupt nicht in Ekliptiksternbildern aufhalten. So zieht beispielsweise Pluto nie durch die Sternbilder Fische und Widder. Er wandert stattdessen, weitab von der Ekliptik, durch das Sternbild Walfisch. Für Astrologen spielt das aber keine Rolle.
Diese Abweichung von der Ekliptik wird einfach ignoriert. Und Pluto wird so interpretiert, als würde er sich im astrologischen Tierkreis, also entlang der Ekliptik bewegen. Ähnlich wird auch mit Asteroiden, wie etwa Pallas verfahren, der aufgrund seiner Bahn (Bahnneigung über 34 Grad) noch viel seltener in der Ekliptik zu finden ist. Eigentlich kein Wunder, wo doch selbst der Polarstern von einigen Astrologen die auch Fixsterne in ihre Deutung miteinbeziehen ganz einfach auf die Ekliptik projiziert wird.
Das ist im Grunde so, als würde man alle Orte der Erde auf ein und demselben Breitengrad einzeichnen. Die Interpretation einer "engen Begegnung" (Konjunktion) erfolgt dann so, als würde man den Nordpol am Äquator einzeichnen und dann behaupten, seine "Begegnung" mit Singapur hätte dramatische Folgen.
Pluto und Zirkumpolar-Gestirne im Horoskop - Interpretations-Konflikte über das Oben und Unten
Pluto macht deutlich wie weit sich die Astrologie bereits von der Astronomie entfernt hat. Aber auch das astrologische Interpretationssystem an sich erscheint äußerst zweifelhaft. Es drängt sich hier nämlich ganz automatisch die Frage auf, ob die Interpretation der Exzentriker wie (134340) Pluto oder (136199) Eris, dessen Bahnneigung sogar 44 Grad beträgt, aber auch von Gestirnen wie etwa Mond und Merkur deren Bahn um über 5 bzw 7 Grad geneigt ist, und somit die Horoskope im allgemeinen, aus rein astrologischer Sicht überhaupt korrekt sind.
Ob sich ein Gestirn zu einem bestimmten Zeitpunkt gerade oberhalb oder unterhalb des Horizonts befindet, ist nachweislich von jeher von fundamentaler astrologischer Bedeutung gewesen. Und im Grunde hat sich daran auch nichts geändert. Den Horoskopachsen (Horizontlinie und Meridian) wird heute nicht weniger Gewicht beigemessen, da die Gestirne traditionell, je nach ihrer Lage zum Horizont völlig unterschiedlich interpretiert werden.
Die hier verwendete Horizontlinie ist nun aber genauso wenig symbolisch zu verstehen wie die Gestirne mit denen hier tatsächlich gearbeitet wird. Steht beispielsweise die Sonne in einem Geburtshoroskop links knapp oberhalb der Horizontlinie, bedeutet dass das die Sonne gerade aufgegangen ist als der Betreffende geboren wurde. Astrologisch befindet sich die Sonne dann im 12. Haus. Genauso wie Pluto in unserem Beispiel für den 3. September.
Aufgrund der vereinfachten Berechnungen würden Astrologen Pluto allerdings völlig anders interpretieren und zwar so als befände er sich weit unter dem Horizont, aus astrologischer Sicht im 1. Haus. Das ist so als würde man die Sonne unter dem Horizont einzeichnen obwohl sie bereits lange aufgegangen ist.
Die ganze Problematik wird noch offensichtlicher wenn man sich den Zwergplaneten Eris, mit dem einige Astrologen bereits experimentieren, etwas genauer anschaut.
Als Astrologen von Plutos Degradierung erfuhren, machten sich viele gewohnheitsmäßig natürlich sofort daran Plutos Entdeckungshoroskop und andere Mundan-Horoskope zu studieren. Und einmal mehr wurde klar wie überaus problematisch sich die Astrologie gestaltet. Welche Uhrzeit ist von Bedeutung? Auf den Seiten von Astrologix entschied sich einer für 16:41 (andere schlossen sich dem an). Seiner Meinung nach ist das jener Zeitpunkt als Pluto der Planetenstatus "offiziell" (was immer das bedeuten mag, denn die Generalversammlung war da noch nicht zu Ende gegangen) aberkannt wurde. Und ganz klar:
"Als Pluto am 24.08.2006 / 16h41m / Prag seinen Planetenstatus offiziell verlor und zum "Zwergplaneten" verkam, stand er genau in der Halbsumme der beiden Transneptuner Admetos (Verlust, Tod) und Vulkanus (mit aller Gewalt), der seinerseits -0º- nördl. Saturn-Knoten (Materie) stand. Fazit: Pluto wurde als zu klein befunden."
Einem anderen Astrologen fiel sofort auf: "da befindet sich eine Versammlung im Hades und bugsiert den Pluto ins 12. Haus."
Quelle: http://www.astrologix.de/forum/ForumID45/745.html
1. September 2006: Link momentan defekt
2. September 2006: Die entsprechenden Beiträge wurden offenbar gelöscht
5. September 2006: Stellungnahme des Betreibers zum Verschwinden der Beiträge (Beitrag 5)
Die hier genannten Transneptuner sind übrigens keine realen Transneptun-Objekte, sondern hypothetische "Planeten" der Hamburger Schule.
Diese Frage würden viele Astrologen mit ja beantworten. Und einige Astrologen meinen sogar, Astrologie sei eine Wissenschaft, eine Wissenschaft die aber noch in den Kinderschuhen stecken würde, und zwar nicht zuletzt deshalb, weil sie von anderen Wissenschaftlern nicht ernstgenommen wird. Tatsache ist aber, dass die Astrologie die wohl am häufigsten untersuchte Pseudowissenschaft überhaupt ist. Die weiter unten angeführten Studien sind lediglich Beispiele. In den letzten Jahrzehnten wurden unzählige Tests durchgeführt. Dabei sprachen einige wenige für die Astrologie. Wiederholte Tests brachten dann aber keine signifikanten Ergebnisse. Der Grund für die vielen Tests ist einfach: Viele astrologische Behauptungen lassen sich relativ einfach überprüfen. Das gilt besonders für die Mondastrologie, von der sich die meisten Astrologen zwar zu distanzieren versuchen, dennoch findet man nicht nur in herkömmlichen Mondkalendern sondern auch in praktisch allen astromedizinischen Büchern beispielsweise Aussagen darüber, weshalb man sich zu bestimmten Zeiten keiner Operation unterziehen sollte. Ebenfalls häufig wird in einschlägiger Literatur behauptet, psychisch kranke Menschen würden bei Vollmond nachweislich aggressiver reagieren. Außerdem soll es bei Vollmond mehr Geburten geben, mehr Selbstmorde etc. Diese und ähnliche Behauptungen lassen sich leicht überprüfen. Untersuchungen widerlegten diese astrologischen Behauptungen.
Steht unser Schicksal in den Sternen?Die Astronomen Culver und Ianna untersuchten vor einigen Jahren
publizierte Vorhersagen gut bekannter Astrologen und astrologischer
Organisationen in einem Zeitraum von fünf Jahren. Alles in allem waren es
über 3.000 Prognosen. Viele davon betrafen Politiker, Filmstars und andere
bekannte Persönlichkeiten. Nur 10% dieser Prognosen "trafen ein". Und bei vielen
dieser wenigen "Treffer" handelte es sich wiederum
um äußerst vage Formulierungen, die man auch anders interpretieren könnte.
Das Ergebnis dieser und ähnlicher Untersuchungen wird die Astrologen allerdings kaum beeindrucken, da
die meisten der heutigen Astrologen, selbst nichts von derart "unseriösen"
Prognosen halten. Das ist schon seltsam, wo man sich doch immer noch so gerne auf uralte
Erfahrungen beruft und über viele Jahrhunderte hinweg von Sterndeutern behauptet wurde, man könne
präzise Vorhersagen machen. In diesem Fall aber, scheint man auf das "Wissen der
Alten" verzichten zu können.
Der überwiegende Teil der Astrologen teilt heute die Ansicht, man könne lediglich gewisse "Tendenzen"
im Horoskop erkennen. Genaue Vorhersagen seien aber schlichtweg unmöglich. Ob es
aber tatsächlich möglich ist, bestimmte Tendenzen vorherzusagen, konnte bis heute
nicht bewiesen werden.
In diesem Punkt sind sich alle Astrologen einig.
Aber nicht nur Astrologen sondern auch viele Astrologie-Fans würden diese Frage mit JA beantworten. Ein Beweis dafür, konnte aber bis heute
nicht erbracht werden. Im Gegenteil, viele Astrologie-Tests widerlegten diese
Behauptung. Astrologen glauben dennoch daran, nicht zuletzt deshalb, weil sie von
ihren Kunden immer wieder hören, wie treffend das Horoskop sie beschreiben würde.
Vor einigen Jahren führte der Franzose Michel Gauquelin ein interessantes
Experiment durch. In einer bekannten Zeitschrift schaltete er ein Inserat, dem zu
entnehmen war, dass man bei ihm kostenlos persönliche Horoskope bestellen könne.
Dann schickte Gauquelin aber allen Interessenten den gleichen Text zu.
Die Hauptfrage in dem beigefügten Fragebogen
lautete, ob der Horoskoptext den Charakter der Person korrekt beschreibe. 94 Prozent der
Leute waren überzeugt, dass das Horoskop ihren Charakter zutreffend beschrieb.
Es handelte sich dabei allerdings um das Horroskop des Massenmörders Marcel Petiot.
Das WDR-Fernsehen wiederholte den Versuch im Jahr 1997. Als
Eclipse-Astro-Forschungsgruppe getarnt, verschickte die Redaktion an mehr
als 200 Interessierte statt eines persönlichen Computer-Horoskops ein für den
am 25. 10. 1879 um 18 Uhr in Hannover geborenen Mörder Fritz Haarmann erstelltes.
Das Ergebnis glich dem Gauquelins: 74 Prozent der Teilnehmer fanden ihren Charakter
"korrekt beschrieben", 15 weitere jubelten sogar: "Perfekt, es stimmt
alles."
(WDR, Quarks)
Für Aufsehen sorgte das Ergebnis eines Zuordnungs-Tests das von dem Physiker
Shawn Carlson 1985 in der Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde.
In diesem Fall mussten die Astrologen Horoskope den Profilen des California Personality
Inventory (CPI) zuordnen. Sie erhielten das Horoskop einer Testperson sowie drei Profile
des CPI, das Profil von der Testperson, sowie zwei weitere, zufällig ausgewählte.
Nun mussten sie das Horoskop dem richtigen Profil zuordnen.
Dieser Test, der übrigens gemeinsam mit professionellen US-Astrologen ausgearbeitet
wurde, brachte ein niederschmetterndes Ergebnis. Die Astrologen waren davon überzeugt
bei der Auswertung auf über 50% zu kommen. Tatsächlich aber lag die Trefferquote
bei nur 34%.
Shawn Carlson, "A Double-Blind Test of Astrology," Nature, Vol. 318,
pp. 419-425, 1985
Der Astrologe John McCall unterzog sich ebenfalls einem Double-Blind Test, organisiert
an der Universität von Virginia von Charles Tolvert und Philip Ianna. McCall behauptete
er käme bei der richtigen Zuordnung der Geburtshoroskope auf eine Trefferquote von 80%.
Tatsächlich lag er nur in 7 von 28 Fällen richtig.
Bei einem anderen Test, sollten 45 Astrologen aus Amerika, England, Australien und Europa anhand von Geburtshoroskopen bestimmen, welche der 160 Testpersonen, introvertiert bzw. extravertiert und welche emotional stabil bzw. instabil sind. (Nach Eysencks Persönlichkeitsprofil) Teilgenommen hatten erfahrene Astrologen und die Testpersonen wurden speziell nach ihrer psychischen Auffälligkeit ausgewählt.
Dennoch schnitten die Astrologen bei diesem Test nicht gut ab. Ihre Aussagen trafen in genau 50,5 Prozent der Fälle zu. Damit drücken sie keine Gesetzmäßigkeit aus,
die Horoskope und Charaktereigenschaften verbinden könnte, sondern entsprechen lediglich der Situation zufällig ausgewählter Aussagen.
Dean, G. (1985), "Can astrology predict E and N? 2: the whole chart", Correlation, 5
Geoffrey Dean and Ivan W. Kelly; Is Astrology Relevant to
Consciousness and Psi?, Journal of Consciousness Studies
Die meisten Astrologen nehmen derart unerfreuliche Untersuchungsergebnisse
recht gelassen zur Kenntnis.
Der bekannte Astrologe Robert Hand beispielsweise sieht die Sache
folgendermaßen: "Positive Resultate im Rahmen des wissenschaftlichen Studiums der
Astrologie müssen zweifellos ernst genommen werden, aber negative Resultate nicht so
ernst." (zitiert in Perry, 1995a, p.37). Quelle: The Concepts of Modern Astrology: a Critique, By Ivan W Kelly (pdf), gefunden auf den Seiten von Astrology & Science
Astrologie-Test 2002 von Edgar Wunder
Herr Wunder schreibt in Astronomie Heute: "Falls die Astrologen der Urteilskraft der
Versuchspersonen nicht vertrauen und
lieber auf ihr eigenes Urteil setzen, ginge
es auch so: "Wenn ein richtiges und
ein falsches Horoskop zur Auswahl stehen, kann ein Astrologe mit ziemlicher
Sicherheit sagen, welches der beiden
das richtige für einen bestimmten Menschen
ist, sofern Wesen und Entwicklungsgeschichte dieses Menschen bekannt sind."
Vor drei Jahren legte ich solche Formulierungen 135 Astrologen zur Beurteilung vor. Die überwältigende Mehrheit
(73 beziehungsweise 88 Prozent) meinte, dass sich die Aussagen im Experiment
auf jeden Fall als richtig herausstellen
sollten. Anschließend führte ich beide
Experimente mit insgesamt 1700 Versuchspersonen durch. Das Resultat: Weder die Astrologen noch die übrigen
Versuchsteilnehmer waren in der Lage,
richtige von falschen Horoskopen zu unterscheiden.
Auf das korrekte Geburtsdatum
scheint es also nicht anzukommen. Das
heißt aber letztlich: Die von den Astrologen behaupteten Zusammenhänge bestehen nicht. Deshalb ist die Astrologie nicht
nur keine Naturwissenschaft, sondern sie
erfüllt auch nicht die Ansprüche, die an
jede Erfahrungswissenschaft (also auch
Sozial- und Humanwissenschaften) zu
stellen sind."
Quelle: DIE WELT DER ASTROLOGEN, Sie leben im Zeitalter der Raumfahrt, sie nutzen moderne
Technik -- und sie deuten Horoskope, von Edgar Wunder, ASTRONOMIE HEUTE Juni 2005
Sternzeichen geben keine Auskunft über Persönlichkeit und Intelligenz eines Menschen
Das ergab auch eine wissenschaftliche Studie, die Ende 2005 publiziert wurde.
Abstract: The relationship between date of birth and individual differences in personality and general intelligence: A large-scale study, Peter Hartmann, Martin Reuter und Helmuth Nyborg
Im Sommer 2003 sorgte der Artikel Is Astrology Relevant to Consciousness and Psi? (G. Dean and I. W. Kelly), der im "Journal of Consciousness Studies" erschienen war, für großen Wirbel. Denn Geoffrey Dean, einer der beiden Autoren, kündigte darin die Veröffentlichung einer Studie an, deren Ergebnis die Kernaussage der Astrologie zu widerlegen scheint, nämlich, dass die Geburtszeit bedeutende oder zumindest signifikante Einflüsse auf Biographien bedingt. Der "Sunday Telegraph" schrieb: "Astrologers fail to predict proof they are wrong" und "The Washington Times" berichtete unter dem Titel "Comprehensive study of 'time twins' debunks astrology" über die Studie. Daraufhin setzte von Seiten der Astrologen ein Sturm der Empörung ein. Roy Gillett, der Vorsitzende der "British Association of Astrologers", warf Dean vor, er wolle die Astrologie diskreditieren. Andere behaupteten, die Resultate seien von Dean böswillig manipuliert worden.
Was hatte die heftigen Reaktionen ausgelöst?
Dean untersuchte die Daten von 2100 Personen, die in London in der Zeit vom 3.-9. März 1958 geboren wurden. Die Geburtsdaten für diese Studie, dienten übrigens ursprünglich einem ganz anderen Zweck. Die Daten wurden 1958 in London für eine medizinische Studie erhoben, weil man herausfinden wollte ob die Umstände der Geburt die gesundheitliche Entwicklung eines Kindes beeinflussen. Nach 11, 16 und 23 Jahren wurden die Kinder überprüft. Die Wissenschaftler untersuchten dabei 110 relevante Variablen, wie etwa IQ, Angst, Aggressivität, Körpergröße, Gewicht, musische und sportliche Neigungen, Lese- und Rechenfähigkeit, Anfälligkeit für Unfälle, Beruf usw.
Bei 73 Prozent der 2100 von Dean untersuchten Personen, lagen zwischen ihrer Geburt und der Geburt des nächsten Babys nur fünf Minuten oder weniger.
Astrologen sprechen in solchen Fällen, wenn also Geburtsdatum, Zeit und Ort übereinstimmen, von so genannten "Zeit-Zwillingen". Und da die Astrologie davon ausgeht, dass jeder Mensch ganz "individuell" vom Stand der Gestirne zum Zeitpunkt der Geburt "geprägt" wird, müssten diese "Geburtszeit-Zwillinge", da sie ja zudem am gleichen Ort geboren wurden, extrem ähnliche Lebensläufe und Charakterzüge aufweisen.
Die Bedingungen, für einen starken, und daher leicht nachweisbaren astrologischen Effekt, hätten kaum besser sein können (nahe Geburtszeiten und -Orte), meinen Dean und Kelly. Doch bei keinem der über 100 Persönlichkeitsmerkmale ließen sich signifikante Übereinstimmungen oder andere erwartete astrologische Effekte nachweisen. Bis zum Erscheinen der Studie bleibt nur gespanntes Abwarten.
Der Mars EffektViele Astrologieanhänger glauben auch heute noch, die Astrologie sei wissenschaftlich bewiesen und zwar durch den von Michel Gauquelin behaupteten "Mars Effekt". Gauquelin ein französischer Statistiker wollte in den 50er Jahren eben mittels Statistik beweisen, dass an der Astrologie nichts dran ist. Er sammelte eine große Anzahl von Geburtsdaten und untersuchte damit astrologische Behauptungen, wie etwa die Bedeutung der Tierkreiszeichen. Das Ergebnis: Nichts signifikantes zu finden!
Weitere Untersuchungen ergaben dann aber scheinbar "signifikante" Ergebnisse.
Seine Vorgehensweise bei der Berechnung der Gestirne deckte sich allerdings nicht mit jener der Astrologen, die ja die Position der Planeten in der Ekliptik berechnen. Gauquelin
bediente sich der täglichen Rotationbewegung der Erde. Er unterteilte ganz einfach die Tag -und Nachtbögen der Gestirne in jeweils gleich große Segmente. Also den scheinbaren Tagbogen eines Gestirns, der sich über dem Horizont befindet, von Aufgang bis Kulmination und Untergang in 6 (erst waren es 18) gleich große Teile und genauso den Nachtbogen der sich unter dem Horizont befindet. Dann berechnete er, wo genau sich ein Gestirn auf seinem Bogen befindet und in welchen Sektor das Gestirn fällt.
Gauquelin hatte seine Geburtsdaten in Berufsgruppen unterteilt. Und zu seiner eigenen Überraschung stellte er fest, dass über 22% der Sportler den Mars in Sektor 1 (nach dem Aufgang) oder 4 (nach der Kulimination) hatten, während es bei Nicht-Sportlern nur etwa 17% waren. Gauquelin hat dann weiters behauptet auch andere Berufsgruppen (Mediziner, Autoren etc.) würden entweder Mars, Jupiter oder Saturn häufiger in diesen Sektoren haben als andere Menschen. Die Sektoren 1 und 4 decken sich übrigens in etwa mit den astrologischen Häusern 12 und 9.
Nun entsprechen die Ergebnisse von Gauquelin allerdings überhaupt nicht den astrologischen Behauptungen. Denn da wird den Planeten von jeher größere Bedeutung beigemessen wenn sie sich in den sogenannten Eckhäusern, also 1, 4, 7 und 10 befinden. Dennoch behaupten viele Astrologen seither, Gauquelin hätte die Astrologie praktisch wissenschaftlich bewiesen. Auch heute noch, obwohl praktisch seit Anfang der 90er Jahre bekannt ist, daß der Mars Effekt nicht existiert.
1967 prüfte das belgische Komitee Para den Mars Effekt. Die Daten setzten sich allerdings zusammen aus nur 62 belgischen Sportlern und 473 französischen Sportlern aus der Sammlung von Gauquelin. Das Ergebnis stand 1976 fest. 22,24% hatten den Mars in Sektor 1 und 4. Das Komitee war dennoch nicht überzeugt. Man vermutete schon damals, dass etwas an Gauquelins Daten nicht stimmte.
In den 70er Jahren machte sich dann ein amerikanisches Komitee ans Werk. Diesmal mit den Daten von 408 amerikanischen Sportlern. Nur 13,48% hatten den Mars in den entsprechenden Sektoren. Dieser Test, der also überhaupt keine Signifikanz zeigte, wurde später hart kritisiert. Denn plötzlich machte eine neue Theorie die Runde, wonach der Mars Effekt nur dann besonders deutlich zu sehen sei, wenn es sich um wirklich berühmte Sportler handelt, wie sie beispielsweise in einem Sportlexikon zu finden seien.
Klärung brachte dann erst ein französisches Team, daß den Test mit 1066 Sportlern durchführte. Das Ergebnis nur 18,66% hatten Mars in den Sektoren 1 und 4, zu 17,7% bei Nicht-Sportlern. Ergebnis also nicht signifikant. Und bei der Überprüfung der Geburtsdaten der Sportler hat sich herausgestellt, dass sich in 133 Fällen die Daten mit jenen Gauquelins nicht deckten und das Gauquelin in seine Studie auch Sportler einbezogen hatte, deren Daten gar nicht eindeutig feststellbar sind. Von 430 waren das immerhin 88 Sportler und von diesen 88 hatten 30,7% den Mars in den Sektoren 1 und 4. Außerdem stellte sich heraus, dass Gauquelin auch in späteren Studien praktisch alle Daten die er in einem Sportlexikon gefunden hatte als brauchbar behandelte, egal ob die Daten einwandfrei feststanden oder nicht. Weiters hatte er bei der Auswahl der Daten sehr seltsame und widersprüchliche Maßstäbe angelegt. Während beispielsweise einige mindestens in einer Olympiamannschaft gespielt haben mussten, genügte bei anderen der Bekanntheitsgrad in Frankreich. Mit anderen Worten, Gauquelins Daten waren nicht sauber und der Mars Effekt existiert nicht.
Ob Gauquelin die Daten bewusst verfälschte ist nicht klar und lässt sich auch nicht mehr feststellen. 1991 kurz nach einem Treffen mit einem Mitglied des französischen Komitees, wo die Datenunstimmigkeiten diskutiert wurden, nahm sich Gauquelin (60ig jährig) das Leben. Sein Archiv hat er vorher vernichtet.
Literatur: Benski, Claude, et al., The "Mars Effect": A French Test of 1 000 Sports Champions (Amherst, NY: Prometheus Books, 1996)
Zwar von Gauquelin bereits erwähnt, aber in der vierzigjährigen Geschichte des Mars Effekts praktisch nie öffentlich diskutiert, und von daher oft unklar, ist die Tatsache, dass diese Art einer statistischen Untersuchung auf unüberwindbare Probleme stossen würde, wenn man die nordischen Länder miteinbezieht.
Denn ab den Polarkreisen gehen bestimmte Teile der Ekliptik überhaupt nicht auf. Das heißt sie gehen zu keiner Tages -oder Nachtzeit auf. Man denke nur an die Polarnächte.
Spitzbergen Polarnacht: 26.10. - 16.02.
Nordkap Polarnacht: 18.11. - 24.01.
Hammerfest Polarnacht: 21.11. - 21.01.
Tromsoe Polarnacht: 25.11. - 17.01.
Longyearbyen die Hauptstadt von Spitzbergen liegt auf über 78 Grad nördlicher Breite. Die Polarnacht an diesem Ort dauert extrem lange, was bedeutet, dass etwa 110 Grad der Ekliptik dort nie über den Horizont aufsteigen. Hammerfest liegt auf über 70 Grad nördlicher Breite. Das heißt dort gehen rund 60 Grad der Ekliptik niemals auf. Deshalb dauert die Polarnacht in Hammerfest 2 Monate.In der etwas südlicher gelegenen Universitätsstadt Tromsoe dauert die Polarnacht auch noch recht lange. Das heißt alle Menschen die in dieser Gegend zur Welt kommen, haben schon von daher eine wesentlich geringere Chance den Mars oder irgend einen anderen Planeten im Hororskop über dem Horizont zu haben. Und eine statistische Untersuchung wie sie Gauquelin durchgeführt hat, wäre einfach absurd.
Es ist nicht nur so, dass die meisten und vor allem die beliebtesten astrologischen Häusersysteme ab den Polarkreisen versagen. Das ganze astrologische System, dass von der Annahme ausgeht, jeder Grad der Ekliptik würde, bedingt durch die Rotation der Erde in 24h einmal über den Horizont aufsteigen, bricht da zusammen. Wobei sich das Versagen dieses Systems besonders dramatisch an den beiden Polen bemerkbar macht, wo man dann überhaupt nicht mehr von Auf -und Untergängen, oder von Aszendent und Deszendent sprechen kann, weil sich immer nur die gleichen 180 Grad der Ekliptik über dem Horizont befinden. Von einem universellen oder kosmischen Gesetz kann hier also wirklich nicht die Rede sein. Denn genaugenommen muss man sagen, dass dieses System bei einem Viertel aller möglichen Breitenkreise nicht funktioniert!
In Spitzbergen leben zwar nicht sehr viele Menschen, in Tromsoe sind es aber schon wesentlich mehr und so kann man von einer Ausnahme wirklich nicht sprechen. Zumal immerhin allein in der russischen Stadt Murmansk (wo bereits fast 40 Grad der Ekliptik nicht aufgehen) ungefähr 450.000 Menschen leben. Die gesamte Murmansker Oblast zählt 1,1 Millionen Einwohner. (Aber auch Pinguine, Eisbären etc, sollte man nicht vergessen, da man in der Astrologie eigentlich davon ausgeht, die "kosmischen Kräfte" würden auf alle Lebewesen "wirken")
Bei einer astrologischen Personalauswahl, welche beispielsweise Mitarbeiter fordern würde die einen Aszendent Schütze oder Steinbock haben sollten, wären jedenfalls viele Menschen praktisch chancenlos. Das Ganze läuft, aus Unwissenheit auf eine "siderische Diskriminierung" hinaus.
Gunter Sachs behauptete in seinem Buch "Die Akte Astrologie" (1997), den wissenschaftlichen Nachweis eines Zusammenhangs zwischen den Sternzeichen und dem menschlichen Verhalten erbracht zu haben, was für einiges Aufsehen sorgte. Da diese statistische Untersuchung lediglich das Sternzeichen berücksichtigt, halten selbst einige Astrologen nichts von dieser Studie. Aber auf der anderen Seite, gibt es auch viele die fest davon überzeugt sind, Sachs hätte damit endlich ganz bestimmte astrologische Behauptungen eindeutig bewiesen.
Tatsache ist jedoch, das diese scheinbar für die Astrologie sprechenden Ergebnisse durch methodische Fehler zustande kamen. Statistiker konnten Sachs eine ganze Reihe von elementaren Fehlern nachweisen.
Dr. Herbert Basler, "Die Akte Astrologie" von Gunter Sachs aus Sicht der Mathematischen Statistik, Skeptiker 3/1998
Von Eye, Lösel, Mayzer, Is it all written in the stars? A methodological commentary on Sachs� astrology monograph and re-analyses of his data on crime statistics, Psychology Science, Volume 45, 2003 (1), p. 78-91
In einem Interview wies Basler ausserdem auf einen wichtigen grundsätzlichen Denkfehler hin: "Aus Signifikanzen kann noch kein ursächlicher Zusammenhang gefolgert werden. Klassisches Beispiel: Wenn die Geburtenrate in einem Lande steigt und gleichzeitig die Storchenpopulation wächst, ist dies noch kein Beweis, dass beides miteinander zu tun hat - es kann eben auch Zufall sein."
Ein Beispiel aus Sachs Buch, Kapitel "Wer fährt wie?":
Von einer britischen Versicherungsgesellschaft (Accident and Insurance Management Company) erhielt Sachs die Daten von über 25 000 Kfz-Schadensfällen aus dem Jahre 1996. Die Bezugspopulation wurde aus den Geburtszahlen der Jahre 1938-1978 errechnet. Sachs zufolge produziert der Stier mit +13,72% über dem Erwartungswert die meisten Schäden. Erstaunlicherweise kam eine andere, ebenfalls britische Versicherungsgesellschaft (Hill House Hammond) zu völlig anderen Ergebnissen. Sie untersuchten den Zeitraum von 1988-1992. Das Ergebnis: Die Schütze-Geborenen schneiden dabei am schlechtesten ab. Ihre Schadenshäufigkeit liegt mit +19,3% weit über dem Durchschnitt. Und die Unfallbilanz der Stiergeborenen (laut Sachs die schlechtesten Autofahrer), liegt hier um 29,8% unter dem Schnitt.
Eine weitere vom Westdeutschen Rundfunk initiierte und von der LVM-Versicherung durchgeführte Untersuchung konnte gar keine bedeutsamen Abweichungen zwischen Schadensfällen und Tierkreiszeichen nachweisen. (WDR, Quarks)
Höfer, Möhlenbeck, Astrologie - ein psychologisches Prognoseinstrument? zu finden in: Möller, / Strauß, / Jürgensen, Psychologie und Zukunft, Prognosen, Prophezeiungen, Pläne (Hogrefe 2000)
Der weit verbreitete Eindruck das Astrologie funktioniere weil Beschreibungen als "gar nicht so falsch" empfunden werden, ist zu einem sehr erheblichen Teil auf den Barnum Effekt zurückzuführen. Die meisten Menschen glauben vor allem deshalb an die Astrologie, weil sie meinen, astrologische Texte würden ihre Persönlichkeit überraschend zutreffend beschreiben. Diese Texte beinhalten allerdings vorwiegend sogenannte Barnum-Aussagen.
Der Ausdruck Barnum-Effekt (benannt nach dem Zirkusgründer Phineas T. Barnum (1810 - 1891) für den die Devise galt: "Ein bisschen für jeden!") geht zurück auf Paul Meehl und bezeichnet den Umstand, dass die meisten Menschen völlig allgemein gehaltene Charakterbeschreibungen, die auf fast alle Menschen passen, als auf sie selbst zutreffend erachten.
Das erste Experiment führte der Psychologe B.R. Forer im Jahr 1948 durch. Er gab seinen Studenten einen Persönlichkeitstest, ignorierte ihre Antworten und gab allen Studenten den gleichen Text, den er übrigens Zeitungshoroskopen entnommen hatte. Die Studenten sollten nun auf einer Skala von 0-5 bewerten, wie angemessen der Text auf sie zutreffen würde. 5 bedeutete "sehr gut", 4 "gut". Der Durchschnitt lag bei 4.26.
Dieser Test wurde hunderte Male mit Studenten wiederholt und der Durchschnitt lag immer bei 4.2.
Typische Barnum-Texte sind äußerst vage und meist mehrdeutige Aussagen, die auf möglichst alle Menschen zutreffen können, wie beispielsweise:
"Sie verfügen über ungenutzte Fähigkeiten"
"Einige Ihrer Ziele sind etwas unrealistisch"
"Manchmal sind Sie extrovertiert, umgänglich und gesellig, während Sie zu anderen Zeiten introvertiert, mißtrauisch und zurückhaltend sind."
"Sie neigen zur Selbstkritik"
"Manchmal haben Sie ernste Zweifel, ob Sie die richtige Entscheidung getroffen haben"
"Nach außen hin meist selbstbeherrscht, neigen Sie dazu, innerlich unsicher zu sein"
80 bis 95 Prozent aller Menschen meinen, diese Aussagen träfen auf sie zu. Und da alle astrologischen Texte, ganz gleich ob es sich um Zeitungshoroskope, Computerhoroskope oder von Astrologen persönlich formulierte Horoskope handelt, zum überwiegenden Teil solche Barnum-Aussagen enthalten, fällt es Astrologen immer wieder leicht ihre Mitmenschen mit ihrer scheinbar "erstaunlichen Menschenkenntnis" zu verblüffen.
CSICOP: James Randi, A test of Astrology (1:15 min movie)
Der Einfluß des Barnum-Effekts auf den Glauben an die Astrologie wurde mehrfach untersucht.
Peter Glick, Psychologe an der Lawrence University, und seine Kollegen untersuchten in einer Studie, wie anfällig Astrologiegläubige und -skeptiker für den Barnum-Effekt sind. Glick bildete zwei Gruppen von Oberschülern, von denen die Mitglieder der einen Gruppe glaubten, Horoskope seien eine genaue Beschreibung der Persönlichkeit, während die andere Gruppe von Horoskopen nichts hielt. Beide Gruppen erhielten Persönlichkeitsprofile, die, wie man ihnen erzählte, aufgrund der von ihnen gegebenen Geburtsdaten von einem "professionellen Horoskopdienst" erstellt worden seien. Natürlich waren die Horoskope in Wirklichkeit nicht individuell erstellt worden. Alle Teilnehmer erhielten je eine von zwei Versionen des Horoskops. Die eine Hälfte der Probanden bekam ein Horoskop mit einer insgesamt positiven Beschreibung von Persönlichkeit und Charakter (z. B. "sympathisch", "zuverlässig" und "gesellig"), während man den übrigen Teilnehmern negative Horoskope gab (z. B. "unzuverlässig", "unrealistisch" und "überempfindlich"). Als man die Schüler später fragte, wie genau ihr Horoskop sei, sagten die Astrologiegläubigen, es stimme völlig, ganz gleich, ob es nun schmeichelhaft war oder nicht. Die Skeptiker, die die schmeichelhafte Version erhalten hatten, hielten ihr Horoskop ebenfalls für korrekt, während diejenigen in dieser Gruppe, deren Beschreibung negativ war, sagten, das Horoskop stimme nicht. Sowohl Anhänger als auch Skeptiker waren also anfällig für den Barnum-Effekt - jedenfalls solange die Rückmeldung schmeichelhaft war.
Stuart A. Vyse, Die Psychologie des Aberglaubens; Birkhäuser Verlag 1999
James Randi, bekannt als Zauberkünstler, noch bekannter als professioneller Entlarver parapsychischer Medien und Gabelverbieger, schildert in seinem Buch "Flim-Flam" ein eindrucksvolles Beispiel. Ein "Gedankenleser" beeindruckte das Publikum mit Details aus dem Leben einzelner Zuschauer. Randi wählte zwei der Zuschauer aus und zeigte ihnen eine Videoaufzeichnung der Show. Durch einfaches Nachzählen überzeugten sich die beiden, daß gerade eben eine von 14 Behauptungen des Mediums zutrafen - zuvor waren sie überzeugt gewesen, fast alle Aussagen des Hellsehers wären richtig gewesen. Überzeugt von der Begabung des Mediums hatten die Zuschauer nur das wahrgenommen, was zu ihrer Überzeugung paßte - alles andere wurde sofort vergessen.
Rainer Kayser, Gestirne als Götter; Wiener Zeitung 1997
Gesundheitsvorsorge mit Hilfe der Astro-Medizin?
Buchpräsentation mit Wissenschaftsminister Hahn
Ende März 2009 präsentierte der Verlag Carl Ueberreuter im Wappensaal des Wiener Rathauses das Buch "Gesundheitsfaktor Sternzeichen - Astro-Medizin für den Alltag" von Adelinde Rumpler und Dr. Christian Temml. Mit dabei Bundesminister Dr. Johannes Hahn. Der Verlag bewirbt das Buch folgendermaßen: "140.000 Vorsorgeuntersuchungen können nicht täuschen: Der Mediziner Dr. Christian Temml und die bekannte Astrologin Adelinde Rumpler haben diese gewaltige Zahl an Patientendaten in Zusammenhang mit den Sternzeichen gebracht und die Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten damit für jedermann berechenbar gemacht. Das Ergebnis ist ein umfassender Ratgeber zur Selbstvorsorge..."
Behauptete Nachweise fehlen
Auf der Rückseite des Buches wird zudem behauptet,
dass die Autoren die Belege für ihre These, es gebe einen Zusammenhang zwischen Sternzeichen und bestimmten Erkrankungen, nicht schuldig bleiben würden.
Tatsächlich aber ist darin von den behaupteten signifikanten Unterschieden nichts zu finden. Das Buch enthält überhaupt keine Details über die von Dr. Temml durchgeführte Untersuchung und keinerlei Beweise für irgendwelche astrologischen Theorien. Laute Rufe wie: "Nun ist es amtlich! Was Astrologen schon immer wussten, wird nun erstmals auch von der Wissenschaft bestätigt" sind nicht angebracht.
Widersprüche zur klassischen Astrologie
Die sicher nicht ernst zu nehmende Studie widerlegt astrologische Theorien, wie das die Schwachstelle der im Zeichen Zwillinge Geborenen die Lunge und das Herz die Schwachstelle der Löwe Geborenen sei.
Medizinische Paradoxa
Dr. Temml kommt zu dem für seine Kollegen sicher überraschenden Ergebnis, dass beispielsweise starke "Schütze" Raucherinnen weniger häufig an Lungenerkrankungen leiden als Nichtraucherinnen anderer Sternzeichen und dass "Löwe" Männer die ihr Leben lang besonders wenig Alkohol trinken viel häufiger an Lebererkrankungen leiden als jene in anderen Sternzeichen Geborene (Steinbock) die sehr viel trinken.
Wiens Gesundheitspolitik auf Abwegen
Dr. Temml, Internist und Leiter des Referates für Gesundheitsvorsorge der Stadt Wien, dem es offenbar ein Anliegen ist, Astrologie und Medizin wieder zusammenzuführen, meint in der kurzen Einleitung zum Buch, im Trend würden sich bestimmte Ähnlichkeiten zeigen, sodass daraus ein Muster ablesbar ist.
Studie von 10 Millionen Fällen widerspricht scharf
Eine Studie von dem kanadischen Wissenschaftler Peter C. Austin hat gezeigt, dass solche Muster überall entdeckt werden können, auch da wo es in Wahrheit keine gibt. Austin wertete mit seinen Kollegen die Daten von mehr als 10 Millionen Personen aus und kam zu dem Ergebnis, dass kein Zusammenhang zwischen Sternzeichen und bestimmten Krankheiten besteht. Die Studie zeigte aber vor allem auch, dass man immer auf scheinbare statistische Zusammenhänge stoßen wird, wenn man die Studie unachtsam durchführt und zuvor keine klaren Hypothesen formuliert.
Abstract: Testing multiple statistical hypotheses resulted in spurious associations: a study of astrological signs and health. Journal of Clinical Epidemiology 59 (2006) 964-969
Verteidigt Richard Dawkins die Astrologie? Falsch!
Bereits im Jahre 1988 sorgte der Astronom Percy Seymour für Aufsehen, als sein Buch "Astrologie - Beweise der Wissenschaft", veröffentlicht wurde. Seymour entwickelte die Theorie, Sonne, Mond und Planeten würden mit dem Erdmagnetfeld interferieren und die dabei entstehenden Schwankungen des Erdmagnetfeldes, mit denen elektrische Ströme einhergehen, würden über das Nervensystem im Gehirn des Fötus ihren Eindruck in Form rudimentärer Erinnerungen hinterlassen. Er meint weiters, dass bestimmte Gestirnkonstellationen zu einem späteren Zeitpunkt unseres Lebens, wieder über das Magnetfeld der Erde, diese früheren Erinnerungen wecken und so einen Einfluss darauf haben könnten, wie wir auf eine bestimmte Situation reagieren.
Im März 2004 erschien nun Seymours neuestes Buch, mit dem Titel "The Scientific Proof of Astrology". Jonathan Leake, Wissenschaftseditor der Sunday Times, behauptete in einem Artikel über das umstrittene Buch:
"Seymours Theorien haben jedoch qualifizierte Unterstützung aus einer unerwarteten Quelle erhalten. Richard Dawkins, Professor für das öffentliche Verstehen der Wissenschaft an der Oxford Universität, der einmal vorgeschlagen hat, daß Astrologen nach dem Handelsgesetz strafrechtlich verfolgt werden sollten, sagte, er habe Seymours Buch zwar nicht gelesen, aber seine Ideen klängen interessant."
Einige Astrologen meinen seither sie hätten tatsächlich unerwartete Rückendeckung erhalten.
In einem Brief von Sanal Edamaruku, Präsident von Rationalist International, gibt Richard Dawkins folgende Klarstellung:
"Nein. Mit größtem Nachdruck: Ich habe Percy Seymour NICHT unterstützt. Ein Journalist mit Namen Jonathan Leake von der Sunday Times rief mich an und bat um einen Kommentar zu Seymours Buch. Ich sagte, ich habe es nicht gelesen und könne daher keinen Kommentar geben. Da las mir Leake einen Teil des Textes auf dem Buch-Umschlag vor, der etwas über magnetische Felder sagte, die angeblich vor der Geburt einen Einfluß ausüben sollen. Ich antwortete sarkastisch, so etwas wie: "Das ist ja zweifellos ganz ungemein interessant, aber was zum Teufel hat es mit Astrologie zu tun?" Das nächste, was ich in der Sache hörte, war daß die Zeitung mich zitierte und behauptete, ich "unterstützte" Seymour, indem ich sagte, sein Werk sei "interessant". Ich bin wütend über diese totale Mißrepräsentierung, und Sie können mein Dementi veröffentlichen, wenn Sie wünschen." (Übersetzung von Ursula-Charlotte Dunckern)
Originalzitat: Rationalist International
Obwohl Astrologie praktisch überhaupt nichts mit Physik zu tun hat, sie wird ja fast nur noch als eine Art Symbollehre aufgefasst, sehen viele Astrologen in Seymours Theorie einen wissenschaftlichen Beweis für astrologische Behauptungen. Tatsache ist, das es bisher keinen Beweis für diese Theorie gibt und viele Wissenschaftler sie für äußerst unwahrscheinlich halten.
Der Astronom Robert Massey (Royal Observatory in Greenwich) gibt beispielsweise zu bedenken, das Handys, Fernseher, Waschmaschinen, alle elektrischen Geräte viel stärkere Magnetfelder erzeugen als das Erdfeld. (The Guardian)
Siehe auch: Wirkung der Gravitationskräfte und Gezeitenkräfte von Sonne, Mond, Planeten, Gebäuden und Menschen im Vergleich

Wie MosNews bereits im April berichtete, wollte die russische Astrologin Marina Bai, das NASA-Weltraumexperiment "Deep Impact", bei dem am 4. Juli 2005 ein Impaktor in den Kometen Tempel-1 einschlug, verbieten lassen, weil solche Aktionen der NASA ihrer Ansicht nach das natürliche Gleichgewicht im Universum stören.
Jetzt hat Bai die NASA auf 300 Millionen US-Dollar Schadensersatz verklagt, weil der Einschlag, die Umlaufbahn des Kometen um die Sonne verändert habe. Die Ephemeriden - Tabellen in denen die Positionen der Gestirne verzeichnet werden, würden nach dem Impakt nicht mehr stimmen. "Das stört meine astrologische Arbeit und verzerrt mein Horoskop", so Bai.
Warum nicht Jupiter verklagen?
Tatsächlich wird sich die Geschwindigkeit des Kometen durch den Einschlag um etwa 0,0001 mm/Sekunde verändern. Dadurch wird Tempel 1 der Sonne um etwa 10 m näher kommen. Die Umlaufzeit des Kometen (derzeit 5,5 Jahre) wird sich letztlich um weniger als eine Sekunde verkürzen. (The Orbital History of Comet 9P/Tempel 1, JPL/NASA) Das bedeutet, dass durch den Impakt auch keine Gefahr für die Erde besteht, da die Bahnänderung durch den Einschlag viel zu gering ist.
Der Riesenplanet Jupiter, wird im Vergleich dazu im Jahr 2024 den sonnennächsten Bahnpunkt des Kometen um ganze 34 Mio km verschieben. Seit seiner Entdeckung im Jahr 1867 hat sich seine Bahn schon dreimal geändert. Seine Umlaufzeiten schwanken zwischen 5,5 und 6,5 Jahren (1881-1941). Schuld daran ist Jupiter. Ständig müssen wegen seiner dauernden Bahnstörungen irgendwelche Ephemeriden korrigiert werden und dann beschert er uns auch noch jede Menge Erdbahnkreuzer.
Wir sollten uns das wirklich nicht länger gefallen lassen!
6. Juli 2005
Update: Klage wurde abgewiesen. Anwalt der Klägerin will den Fall nun an den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bringen.
Quelle: www.tagesschau.de
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Zu diesem Holzschnitt, der Ende des 19. Jahrhunderts vom französischen Astronomen
Camille Flammarion, für sein Werk "Astronomie populaire" angefertigt wurde und der die Neugierde der Menschen des ausgehenden 19. Jahrhunderts immer weiter ins All hinauszublicken, veranschaulichen soll, schreibt Udo Becker im Lexikon der Astrologie:
"Mit Kopernikanischer Wende bezeichnet man den Übergang vom geozentrischen, ptolemäischen Weltsystem zum heliozentrischen kopernikanischen System mit all seinen Umwälzungen im Denken und Fühlen der Menschen im 15. und 16. Jh. Der deutsche Holzschnitt aus dem 16. Jh. mit dem Titel: Der Mensch dringt durch den Erdhimmel in neue Welträume vor, spiegelt diese Kopernikanische Wende." |
Mondphasen - Studien widerlegen behauptete Mondeinflüsse
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SuW 2/97: Die Sterne lügen nicht! Der Rat Deutscher Planetarien
Astrology & Science, With Reports from Researchers into Astrology
Die Top 10 Merkmale des Pseudowissenschaftlers und wie man Wissenschaft und Pseudowissenschaft unterscheidet (E. Lange)
UMFRAGEN:
Studie von iconkids & youth (München 2003): Die Hälfte der 12- bis 16-Jährigen glaubt an Astrologie
In einer Eurobarometer-Umfrage des Jahres 2001, wurden über 16.000 EU-Bürger befragt. Fast 53 Prozent stuften die Astrologie als "ziemlich wissenschaftlich" ein.
http://europa.eu.int/comm/public_opinion/archives/eb/ebs_154_de.pdf
Andreas Hergovich, Die Psychologie der Astrologie; Verlag Hans Huber 2005
Jim Tester, A History of Western Astrology; Ballantine Books 1989
Carl Sagan, Der Drache in meiner Garage; Droemer Knaur 1997
Mai 2003 / Klaudia Einhorn

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